Ich zweifle nie daran, ob mein Anhänger es aushält
Ich arbeite mit den Stärksten
Eine Neuheit in der Welt der Anhänger
Hapert, 13.06.2022
Traditionelle Holzböden treten in den Hintergrund.
Hapert – Auch ein Anhänger muss mit der Zeit gehen. Mit einem recycelbaren Verbundboden für Anhänger macht Hapert Trailers einen wichtigen Schritt in Richtung eines nachhaltigen Anhängers.
Aufgebaut wie eine Lasagne, aus verschiedenen Schichten Glasfaser und Polypropylen. Leicht im Gewicht und dennoch stark. Der Verbundboden für Anhänger von Hapert Trailers ist eine Neuheit in der Branche.
In Flugzeugen, Booten, Bussen und Trailern wird das Kunststoffmaterial bereits seit Längerem eingesetzt. Der niederländische Marktführer für Anhänger hält die Zeit nun auch für Anhänger für reif. „Wir haben begonnen, nachhaltiger zu denken. Das gilt auch für Bauunternehmer und Garten- und Landschaftsbauer“, sagt Geschäftsführer Ad Keeris.
Nachhaltigkeit ist laut Keeris ein aktuelles Thema in der gesamten Transportbranche. „Langfristig muss der Holzboden deshalb dem Verbundboden weichen. Holz ist ein wunderbares Material, aber Verbundmaterial ist halb so schwer, länger nutzbar, nachhaltiger und leicht recycelbar.“
Derzeit wird vor allem Holz verwendet, das aus Leim und einer Kunststoffschicht, also einer chemischen Deckschicht, besteht. Das Verbundmaterial hat dagegen aufgrund seiner Zusammensetzung den Vorteil, dass es einfacher und vollständig recycelbar ist, erklärt Lenard Kuklewski, der im Unternehmen für die Lieferkette verantwortlich ist. „Aus diesem Verbundmaterial können nach dem Vermahlen durch Spritzguss Kunststoffprodukte wie zum Beispiel Kunststoffkappen hergestellt werden. Dieser Boden ist außerdem unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und Temperaturunterschieden, und die Deckschicht lässt sich einfach reparieren. Der Anhänger kann ein Leben lang halten.“
Der Verbundboden für Anhänger wird nach den Spezifikationen des Herstellers aus Hapert lokal von Compoform produziert, das mit seiner neuen Fabrik in Ospel ansässig ist. Für diese Böden hat das Unternehmen eine spezielle, rund siebzig Meter lange Produktionslinie eingerichtet.
Die ersten Anhänger mit dem neuen Boden wurden in Hapert montiert. Im Juli startet in Ospel die Serienproduktion der Böden für die ersten Hunderte Anhänger. Der Hersteller erwartet nicht, sofort einen Verkaufserfolg feiern zu können. Die traditionell eingestellte Branche wird sich erst daran gewöhnen müssen. „Wir werden den Verbundboden für Anhänger optional anbieten. Wir steigen noch nicht vollständig von Holz um. Wir möchten den Markt dieses Produkt kennenlernen lassen und die Vorteile erfahrbar machen“, erklärt Kuklewski.
Er ist überzeugt, dass Käufer mit dem Verbundboden für Anhänger letztlich günstiger fahren. Der Anhänger wird in der Anschaffung einige Prozent teurer, dem stehen jedoch die lange Lebensdauer und niedrigere Kraftstoffkosten gegenüber. „Holzmaterial wiegt zehn bis fünfzehn Kilogramm pro Quadratmeter, Verbundmaterial vier bis sechs Kilogramm. Der Einsatz von Verbundmaterial kann einen geschlossenen Anhänger insgesamt etwa 250 Kilogramm leichter machen und einen Kipper mit Stahlboden etwa 120 Kilogramm.“ Mit einem leichteren Anhänger kann sparsamer gefahren werden, wodurch auch weniger Emissionen entstehen.
Die zusätzlich verstärkte Deckschicht macht den Boden extrem stark und könnte auch zu einer leichteren Konstruktion des Anhängers führen. „Möglicherweise müssen wir durch die Eigenschaften und die Stärke des Bodens weniger unterstützenden Stahl einsetzen.“
Für das Unternehmen mit rund hundert Mitarbeitern ist der Verbundboden in jedem Fall der Auftakt zu weiteren Entwicklungen, macht Geschäftsführer Keeris deutlich. Es wird bereits getestet, ob Verbundmaterial auch für die Wände des Anhängers eingesetzt werden kann.
Die verschiedenen aktuellen Herausforderungen bei der Lieferung traditioneller Materialien wie Stahl, Holz und Kunststoff geben der Suche nach alternativen, nachhaltigen Lösungen zusätzlichen Antrieb.
Hapert Trailers prüft außerdem, ob möglichst viele nachhaltig arbeitende Lieferanten gefunden werden können. „Wir setzen bereits Aluminium von einem Lieferanten ein, der bei der Produktion ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen verwendet. Dabei wird zum Beispiel die Energie eines eigenen Wasserkraftwerks genutzt. Wir möchten möglichst nachhaltige Anhänger produzieren. Der Verbundboden für Anhänger ist eine langfristige Investition. Letztendlich wird er zu weiterem Wachstum des Unternehmens beitragen.“